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""Juckende Beine" liessen keine Ruhe
Von Michael Fuchs
Siegfried Lehmann zog es im Mai 1961 nach Sydney -Heute informert er sich im Internet ueber Koeln
Koeln. Der Rheinlaender an sich verreist ungern. Das behauptete jedenfalls eine Koelner Brauerei, die als schlagkraeftiges Argument f? Heimatverbundenheit der Koelschen die Beliebtheit des gleichnamigen Biers anfuehrte. Doch nicht alle Koelner haelt es zeitlebens am Rhein. Schliesslich gibt es auf der Welt noch andere schoene Flecken.
Das dachte sich auch Siegfried Lehmann. An seinem siebten Geburtstag war er 1948 als Kriegsfluechtling von Danzig in Koeln-Nippes angekommen. Heute lebt er in einem schoenen Ort namens Launceston in Tasmanien, im fernen Australien. Denn obwohl er sich waehrend seiner Lehrjahre in Koeln eigentlich sehr wohl fuehlte, packte ihn schon mit 19 Jahren die Wanderlust. Ein Arbeitskollege hatte ihn ueberredet, gemeinsam nach Australien auszuwandern, sich dann aber anders entschieden.
Fred blieb jedoch bei seinem Entschluss - wegen seiner "juckenden Beine", wie er selbst sagt. Im Mai 1961 reiste er per Schiff nach Melbourne und weiter nach Sydney. Bald begann er in Lightning-Ridge imNorden von New South Wales nach schwarzen Opalen zu graben. Ein sehr profitables Unternehmen, das es ihm zwei Jahre spaeter ermoeglichte, zu einem Besuch nach Deutschland zurueckzukehren. Auf dem Weg dorthin bereiste er aber erst einmal Nord-und Mittelamerika. 1963 ging Fred endgueltig nach Australien, wo er in seinem alten Beruf als Installateur Arbeit fand. Er spezialisierte sich auf Installationsdesign und stattete zahlreiche Wolkenkratzer in Sydney und Brisbane aus.
Inzwischen hat sich Fred Lehmann zur Ruhe gesetzt und lebt mit seiner Frau Jeanette in einer der besten Weinbau-Regionen Tasmaniens. Sein j?s Hobby ist das Internet. Auf einer eigenen Homepage presentiert er seine Lebensgeschichte und bietet Links zu K?r Web-Adressen. Per Maus-Klick h? er sich ? alles, was in K?passiert, auf dem Laufenden. Hin und wieder packt ihn dabei die Sehnsucht nach einem frischen Koelsch. Dann nimmt er sich eine Koelner Stange aus dem Schrank, die ihm ein deutscher Freund geschickt hat, giesst; ein australisches Bier hinein und traeumt von seiner alten Stammkneipe in Koeln-Nippes.

Interview with Center-TV in Cologne,
28/04/2006 |